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Ausstattung - Romanisches Taufbecken um 1200 - Altarleuchter (1654) - Orgel (1875) - Bronzeglocke der Firma Ulrich (Apolda/Laucha - 1860) - Wandbild Zur Baugeschichte Die Besitz- und Patronatsverhältnisse sowie die Abhängigkeit vom Stift Jerichow sind für das Mittelalter aufgrund fehlender urkundlicher Überlieferungen weitgehend unbekannt. Die Klietznicker Kirche wird 1562 als Filiale von Ferchland erwähnt. Der langgestreckte, niedrige Backsteinbau mit einer Gesamtlänge von 29 Meter entstand in drei Bauphasen.Bauzustand um 1200 |
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Innenansicht nach Osten mit Südansicht |
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Der westliche Teil ist romanisch unter Jerichowschem Einfluss, zwei (veränderte) Fenster lang, unter dem Dache der gekreuzte Winkelfries, darüber Klötzchenfries und Zahnschnittreihe; Rundbogentür an der Nordseite. In seiner ersten Phase bestand der Bau aus einem einfachen, hohen Rechtecksaal mit Ostapsis, wovon vermutlich nur noch die untere Mauerzone des Saales sowie das nordwestliche Portal erhalten geblieben sind. Die heutige Rundbogenöffnung zum Chor zeigt den Standort der Apsis und damit den ursprünglichen Ostabschluss. Darüber sind die Ansätze eines hohen Schildbogens erkennbar, der aufgrund des fehlenden Chores dem romanischen Triumphbogen entspricht. In einer zweiten Bauphase wurde das gesamte aufgehende Mauerwerk über den älteren Resten neu errichtet, jedoch nicht mehr in der ursprünglichen Höhe, so dass der Schildbogen von der Flachdecke des Saales abgeschnitten wurde. Über dem Scheitel des Schildbogens ist noch der Mauerrücksprung zu erkennen, der auf ein ehemals hölzernes Tonnengewölbe hinweist. Da der Mauerverband im unteren Bereich des Turmes fehlt, gegenüber dem Saal eine Wandgliederung mit Sockel und Ecklisenen vorhanden und an der Turmostwand keine nachträgliche Abtiefung des Satteldaches erkennbar ist, wir vermutet, dass der Turm mit der zweiten Bauphase neu angelegt wurde und die Turmostmauer der ursprünglichen Westmauer des Saales entspricht. |
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Als dritter Bauabschnitt wurde in spätmittelalterlicher Zeit ein polygonal abschließender Choranbau angefügt. Aus diesem Grunde wurde an der Saalostmauer die Apsis zur Schaffung eines Triumphbogens abgebrochen. An der Nordseite führt eine Öffnung in der Schildmauer zur Kanzel, die in der Nordostecke des Saales steht. |
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Die Anordnung und Gestaltung der Fenster sind in den Bauabschnitten mehrmals geändert worden. Turm und Saal ruhen auf einem 0,60 m hohen Feldsteinfundament, das unter dem jetzigen Außenniveau liegt. Am Chor befindet sich ein hohes, außen sichtbares Fundament aus Naturstein. An Saal und Turm ist überall ein nahezu regelmäßiger gotischer Verband aus zwei Läufern und einem Binder, am Chor ein überwiegend unregelmäßiger Verband sichtbar. Der Kirchturm 1859 brannte von dem massiven Turm die gesamte obere Fachwerksetage mit dem Dach und dem Glockenstuhl ab. Die Glocken sind herabgefallen und auf dem Quertonnengewölbe über der unteren Etage des Turmes liegengeblieben. Sie waren nicht gänzlich zersprungen, hatten aber so starke Risse erhalten, dass sie umgegossen werden mussten. Der schwer beschädigte obere Teil des Mauerwerks wurde vom Turm abgetragen und darauf ein Notdach errichtet (heutiger Zustand). |
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Dach des Turmes seit 1860 (Notdach) |
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Der oben schlecht restaurierte Westturm hat unten auf der Westseite in oblonger (länglicher) Mauervorlage ein vermauertes |
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Rekonstruktionsversuch des Turmes vor dem Brand 1859 |
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Rekonstruktionsversuch des Turmes vor dem Brand 1859 |
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Der Innenraum |
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Wandmalerei |
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Im Chorraum befindet sich eine kreisrunde Putzaussparung mit dem Weihekreuz. Darüber und über der Verputzung und Wandmalerei an der Triumphbogenschiffswand befindet sich als nächste Schicht dieselbe Bemalung, vermutlich aus der Renaissancezeit - im Chorraum ein umlaufendes Schriftband (schwarze Schriftzeichen, eingerahmt in breiten roten Bändern). |
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Die Orgel |
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Die Orgel befindet sich mittig auf der Westempore. Die Westwand bildet gleichzeitig die Rückwand der Orgel. Der Spieltisch ist vorn in der Mitte des Gehäuses. Drei Flachfelder sind mit Prospektpfeifen ausgefüllt. 1998 übernahm der Orgelbaumeister Jörg Dutschke aus Dambeck die Reparatur bzw. Rekonstruktion der stark beschädigten Orgel. |
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Begriffserklärungen Apsis Der meist halbrunde Abschluss des Chors in der Kirche. Binder siehe "Läufer" Chor in der Kirchenbaukunst Bezeichnung für den meistens erhöhten Abschluss des Kirchenraums, der Platz für den Hauptaltar, oft durch Chorschranken vom Kirchenraum getrennt Ecklisenen siehe Lisenen Empore Zwischengeschoss in der Kirche; meist die Galerie für die Sänger, auch für die Orgel Fries streifenförmiger, meist waagerechter Schmuck einer Wand oder eines Gebälks. Der Schmuck kann malerisch flächig oder plastisch sein, ornamental oder figürlich. In der Regel ist er ein wesentliches Stilmerkmal.
Gotik Die große Epoche der europäischen Kunst von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zum Ende des Mittelalters, in manchen Ländern bis ins 16. Jahrhundert. In konstruktiver wie in ästhetischer Hinsicht sind Kreuzrippengewölbe und Spitzbogen entscheidend. Kanzel Predigtstuhl, erhöhter Platz in der Kirche, meist an einem Pfeiler und von einer Brüstung umgeben, oft auch von einem Baldachin bekrönt. Läufer Mauerstein, der in der Längsrichtung verlegt ist, im Gegensatz zum Binder, der bei dicken Mauern die längslaufenden Schichten "bindet". Lisene senkrechter, leicht vorstehender Streifen in einer Wand, ohne konstruktive Bedeutung, aber als Wandgliederung in der Romanik häufig. Polygon Vieleck; in der Stilkunde ist meist das regelmäßige Vieleck gemeint und der über ihm errichtete Bau. Romanik Umfassender Begriff für alle stilistisch künstlerischen Äußerungen, etwa vom Jahr 1000 bis ins 13. Jahrhundert. Merkmale : Rundbogen, dicke Mauern, orthogonaler (rechtwinklig, rechteckig) Grundriss, abwechslungsreiche Gestaltung der Säulen und Kapitelle, Bogenornamentik. Stimmung : ruhig, schwer, aber nicht düster. Schildbogen in die Wand eingemauerter Bogen eines auf die Wand zulaufenden Gewölbes Idee und Gestaltung: |
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